Mitte Juni 2007 war es endlich so weit, wir zogen los um das Tafjordfjella zu überqueren. Dieses unbewohnte Gebirge in West – Norwegen hatten wir gewählt weil es touristisch nicht so erschlossen ist wie zum Beispiel Jotunheimen oder Rodane. Zudem legten wir unser Tour bewusst 2 Wochen vor Saison um wirklich alleine unterwegs zu sein. Nach einer Nacht in der Jugendherberge in Oslo nehmen wir den ersten Zug richtung Norden. Nach 2 Jahren ist es schön endlich wieder hier zu sein denke ich mir als der Zug sich seinen Weg immer höher ins gebirge bahnt. Es ist ein wunderschöner tag und als wir die letzten Besorgungen in Björli, unserem Ausgangpunkt machen, bin aufgeregt wie immer wenn es auf eine lange Tour geht. Es liegen etwa 100 Kilometer Gebirge vor uns bis wir letztlich unseren Zielort Tafjord erreichen.
Norwegen im Juni 2007
Die ersten Tage
Obwohl wir wirklich durchdacht bepackten haben wiegen unsere Rucksäcke um die 26 kg und nach jeder Mahlzeit freuen wir uns doppelt. Zum einen, dass der Magen nicht mehr knurrt zum andern, dass ein Tick weniger Gewicht auf den Schultern liegt. Zu unserem erstaunen liegt ab 700m noch Schnee in diesem Jahr, wir nehmen es gelassen denn die Sonne scheint und der Schnee trägt einigermaßen gut so dass wir gut vorankommen. Entlang edylischer Seen und über die ersten hohen Gipfel geht es immer weiter ins Gebirge. Es ist Vor-Saison deshalb müssen wir manchmal Furten, das Schmelzwasser lässt die Flüsse enorm anschwellen. Einmal bauen wir uns sogar eine Behelfsbrücke aus einem Balken den wir am Fluss finden. Wir freuen uns, dass die erwartete Moskitoplaque erstaunlich erträglich ausfällt.
Im Gebirge
Am 5 Tag auf im Schnitt 1200m liegt ein guter Meter Schnee und es fängt an zu nieselen und es wird jetzt Tagsüber nicht wärmer wie 7 Grad. Die Landschaft die sich uns bietet entschädigt uns dennoch für einiges. Auf einem der kahlen Gipfel stehen, bewunderen wir wie Flüsse und Seen ellegant ineinander übergehen und der Tiefnebel eine ganz besondere Stimmung verbreitet. In der nähe der Hütte Torsu, welche die Halbzeit einläutet, finden wir Bärenspuren und sind irgendwie froh, dass wir den Bär nicht sehen und seine Färte unsere nur kreuzt und ins parallel verlaufende Tal führt. Der Regen hält an und so langsam weicht alles durch doch wir halten uns mit Kartenspielen, Keksen und heißer Suppe bei Laune. Das Zelt wird zum Aufenthaltsraum, Trockenkammer, Küche und natürlich Schlafzimmer. Normallerweise kann man hier in Hütten schlafen und Sachen trocknen aber zu dieser Zeit sind alle noch zu. Irgendwann muss der Regen ja aufhören!
Langer Abstieg ins Tal
Richtung Nord-West zieht sich der Pfad dem wir nun drei Tage folgen. Immer Am Fluss entlang und nach riskanten Abstiegen über naße Felsen und Schnee schlagen wir unser Zelt an einem kleinen See auf. Es hört auf zu regnen und wir fischen und fangen Forellen. Eine willkommenen Abwechslung nach sieben Tagen Nudeln mit Sauce obwohl die auch nie schlecht schmecken.
Wir sitzen bis spät am Lagerfeuer und reflektieren die letzten Tage. Rechts und links steile Wände und nicht all zu weit entfernt hören wir den Muldalsfossen rauschen, einen der höchsten Wasserfälle Europas.
Am achten Tag zeigt sich die Sonne wieder und auf dem sich ewig ziehenden Weg zu unserem letzten Zeltplatz im Gebirge folgt uns ein Falke der lautstark sein Revier vor den Fremden verteidigt. Er hat Recht, dies ist sein Revier!

