Expedition Nordschwarzwald

Hätte man die Vorbereitungen zu dieser dreitägigen Tour im Nordschwarzwald als Außenstehender betrachtet, so würde man ihre Teilnehmer und die ganze Aktion für verrückt erklären. Aber das war den vier Expeditionsteilnehmern gänzlich egal. Voll bepackt mit guten Sachen, darunter viel Essen und viel Trinken, also hauptsache “viel”, begaben sich die vier Wanderer auf eine erlebnisreiche Wanderung bei Bad Herranalb. Die vielseitige Wochendtour stellte sich als ein bombastisches Event heraus – ein Mix aus Natur, Wandern, Sport und Gemeinschaft. Besser hätte es nicht laufen können.

Nördlicher Schwarzwald

Route: Von Bad Herrenalb über Dobel und wieder zurück

Zeit: 3 Tage

Entfernung: k.A.

Schwierigkeit: leicht

Teilnehmer: Alex, Heiko, Christian, Kamil

Stationen: Bad Herrenalb – Unteres Gaistal – Oberes Gaistal – Eyachmühle – Dobel – Bad Herrenalb.

Pro: auch für Familien geeignet, teilweise auf dem Westweg unterwegs, Quellenerlebnispfad, bei gutem Wetter sehr schönes Panorama u.a. mit Blick bis nach Philippsburg / Mannheim, gute Bus- und Bahnanbindung.

Contra: Die Einwohner im Wandergebiet wissen nicht ob sie nun Schwaben oder Badener sind :-) . Das Thema also am Besten nicht mit einem Einheimischen ansprechen…

Am Freitagmorgen stürmten wir erstmal gemeinsam einen größeren Einkaufsmarkt, um uns für die drei Tage gut mit Essen und Trinken einzudecken. Manch einer würde denken, wir würden für Wochen verreisen. Die Rücksäcke waren nach dem Einkauf so vollbepackt, dass wir gar nicht wussten, wie wir das Zeug überhaupt in dieser kurzen Zeit essen und trinken sollten. Nach dem Motto “besser zu viel als zu wenig” fährt uns Heiko nach Bad Herrenalb in der Nähe von Ettlingen und Karlsruhe, mitten ins Herz des nördlichen Schwarzwaldes. Bad Herrenalb ist bekannt für seine erholsamen Kurstätten und das schöne Wandererholungsgebiet. Im Ort angekommen begeben wir uns zum Start des Quellenerlebnispfades. Ein schöner Weg, der von geheimnisvollen Quellen und wilden Wässern erzählt. Bereits nach ein paar Schritten mit dem zugegeben schweren Rucksack machen wir Rast an einer neu errichteten Rasthütte. Ein etwas älterer Herr erzählt und Geschichten aus der Umgebung und wir genießen zu diesen Erzählungen unseren selbst mitgebrachten Wein, den wir gelegentlich mit Wasser vermischen, um die Tagesetappe noch irgendwie hinter uns zu bringen.

Nach dieser kurzen Erholungspause ziehen wir weiter zur Plotzsägmühle, wo wir weiter zu einer Gaststätte ziehen  möchten. Doch die einzigen zwei Restaurants auf dem Weg hatten geschlossen. Wir versuchen unser Glück weiter und werden schließlich neben einer Landstraße fündig. Auf der Sonnenterasse genießen wir die bisher  im dichten Wald verborgenen Sonnenstrahlen und trinken dazu gutes “Albtal”bier. Uns war bis dahin nicht bewusst, dass der schwierige Teil dieser Etappe noch bevorsteht. Denn als wir wieder aufbrechen, geht es nach ein paar Kreuzungen nur noch bergauf. Der Weg ist nicht nur steil, sondern auch übersäht von groben Steinen und Holzresten. Spaß ist etwas anderes. Schließlich erreichen wir nach mühsamen Anstrengungen den Zipflensberg. Das Hochkämpfen wird aber alsbald mit einerm sehr schönen Ausblick belohnt. Es ist schon nachmittag und wir bekommen von einem Hüttenbesitzer einen guten Übernachtungstipp auf dem Berg. Wir beschließen also noch ein paar Schritte weiterzulaufen und uns inmitten des vom Sturm “Lothar” verwüsteten Waldgebietes niederzulassen. Es war schwer, überhaupt eine waagrechte Stelle zum Aufstellen unserer Zelte zu finden.

Nachdem die Zelte aufgestellt waren, fangen wir an, unsere fertigen Gerichte aus der Tüte im Kocher zuzubereiten. Wenig Aufwand aber trotzdem etwas gutes im Magen, dachten sich alle nach diesem köstlichen Outdoor-Abendessen. Den Abend versüßten wir uns anschließend mit den restlichen “Wässerchen”, die wir nach und nach – auch wegen des Gewichtes- loswerden wollten.

Start der Wanderung

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Am nächsten Morgen ist es nicht einfach aufzustehen. Die Nacht war einfach zu kurz. Die letzten saßen bis in die Morgenstunden vor den Zelten. Der schnell aufgekochte Kaffee verhalf uns aber wieder zur gewohnten Stärke. Gegen Mittag brechen wir dann auf Richtung Dobel, unserem nächsten Zielort auf der Tour. Der Weg führt uns zuerst duch kurze Waldstücke, bis wir auf einem kurzen Teil des Westweges herauskommen. Der Weg ist am Abhang und sorgt daher auch für eine sehr schöne Aussicht auf die umliegenden Orte. Wir meinen sogar die Türme von Philippsburg leicht erkennen zu können. Der wolkenlose Himmel und die ohnehin schöne Wetterlage hat dies ermöglicht. Wir wandern gemütlich weiter, es geht meist bergab und kurz vor Dobel passieren wir verschiedene Sitzbänke, die in den jweiligen Nationalfarben der EU-Länder gestrichen wurden. Fasziniert von dieser Kunst nehmen wir kurzerhand auch Platz, um eine Rast zu machen. In Dobel angekommen machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Restaurant, wo wir deftig essen möchten. Zu unserem Pech bestätigten sich auch an diesem Tag die Befürchtungen, dass viele Gaststätten zu haben. Wir finden schließlich eine Pizzeria neben dem Kurhaus, die wir nach der dortigen Erfahrung heute am liebsten nicht mehr aufsuchen würden. Wir ziehen sodann nach nebenan, wo der Zeileinlauf für den Marathon ist, der auch an diesem Tag stattfand. Vom Veranstalter bekommen wir noch Bier verkauft, was uns den Weg zur nächsten Tankstelle erspart. Später erfahren wir auch noch, das ein Sportfest im Ort veranstaltet wird. Ohne lange nachzudenken begeben wir uns zum Sportplatz, wo wir dann in den abendlichen Stunden noch Fußball mit ein paar Jugendlichen spielen. Alex brillierte hier mit zahlreichen Toren – trotz der schweren Wanderschuhe.

Gegen Mitternacht ziehen wir noch einmal weiter, denn neben dem Sportplatz haben Jugendliche einen Bauwagen, in dem sie regelmäßig Partys veranstalten. Wir gesellen uns dazu und lassen am Lagerfeuer den Abend ausklingen. Unsere Zelte stellen wir dann direkt neben einem Friedhof auf  – das hatten wir allerdings vorher mit den Sportplatzbetreibern so abgesprochen.

Am Sonntagmorgen will niemand so richtig aus den Federn. Doch das Geschreie von den Fussballspielen auf dem Sportplatz zwingt uns aufzustehen. Nachdem wir ziemlich viel Zeit für das Packen aufwenden müssen, begeben wir uns auf den Weg zurück nach Bad Herrenalb. Gott sei dank ging es nur bergabwärts. Wir sind froh, als wir das Auto aus der Ferne sehen. Unsere kurze Wandertour schließen wir mit einem Grill bei Kamils Eltern in Ötigheim ab. Was für ein unglaubliches Wochenende!

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Geschrieben von Kamil Glowatz am 11. Oktober 2009 | Abgelegt unter Sommer,Touren