Auf den Spuren von Bear Grylls & Co.
Outdoor Shows wie “Man vs. Wild”, “Survivorman” oder “Dual Survival” sind in aller Munde und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das dort gezeigte Überlebenstraining entspricht nun aber überhaupt nicht unserer üblichen Art des (hightec) Trekkings. Darum dachten wir uns, es sei an der Zeit, dass wir auch mal losziehen, um unsere Fertigkeiten einem Praxistest zu unterziehen.
An einem Sonntagmorgen fuhren wir in den schönen Pfälzerwald um dort 24 Stunden auszuprobieren, wie man mit Reibung Feuer macht, eine Notunterkunft baut und eine Nacht ohne Schlafsack auf dem Waldboden verbringt. Alles was wir im Gepäck hatten war ein Messer, Feuerstahl, Regenbekleidung, Wasser und das „Wissen“ aus einigen der oben zitierten Shows. Um die Sache nicht ganz Spaßfrei zu machen kamen noch vier Steaks, Watte (fürs Feuer) und ein Flachmann dazu.
Nach einer Stunde wandern kündigt sich mit einem Donner das vorhergesagte Gewitter an und wir beschlossen mit dem Bau der Notunterkunft anzufangen. Wir bauten eine simple Schrägdachkonstruktion die gerade genug Platz bot um zu Zweit darunter zu liegen. Als Dach verwendeten wir Unmengen von Buchenzweigen mit Blättern die ein kürzlich gefällter Baum für uns bereitstellte. Der Regen kam schneller als uns lieb war und wir stellten fest, dass unser neues Zuhause nicht wirklich wasserdicht war. Wir vermissten die Goretex-Membran in den Buchenblättern. Den bald darauf kräftig einsetzenden Hagelschauer hielt es allerdings vorzüglich ab.
Mittlerweile hatte sich der Boden der Unterkunft teilweise zu Matsch verwandelt und mit dem nassen Holz konnten wir ein Reibungsfeuer praktisch vergessen. Jetzt kam der Feuerstahl zum Einsatz. Um an trockenes Zunderholz zu kommen schnitzten wir wie gelernt die nasse Oberfläche von herumliegenden Zweigen ab und versuchten die so gewonnen trockenen Späne mit Funken zu entzünden. Unmöglich! Nach einer knappen Stunde behalfen wir uns mit Watte um endlich ein Feuer zu entzünden. Die Steaks schmeckten besser als bei einem Grillfest.
Da immer noch häufig Schauer auf uns niedergingen und nichts mehr trocken war, beschlossen wir gegen Abend, dass eine Übernachtung bei nassen 6 Grad keine gute Idee ist und wir vielleicht unter besseren Bedingungen noch eineen Versuch starten sollten. Als wir den verfrühten Heimweg antreten finden wir dennoch, dass wir gute Arbeit geleistet haben und einen schönen Tag hatten.
Das Fazit unseres Trips:
1. Einen wasserdichten Unterstand ohne Hilfsmittel zu bauen ist beim ersten Mal nahezu unmöglich und bedarf einiger Erfahrung.
2. Feuer mit Reibung von Stöcken herzustellen ist ein Kunst und selbst mit Hilfe eines Feuerstahls nicht einfach wenn die Bedingungen schlecht sind.
3. Ein ordentliches Taschenmesser ist essentiell. Mit einem kleinen Schweizer-Messer hätte vieles erheblich länger gedauert.
Wir werden also weiter üben müssen.
Von Christian Tubach
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